Forensik Transparent - Hinter den Mauern der Forensischen Psychiatrie

EMMENDINGEN (ZFP) – Obwohl es einen echten Tag der offenen Tür im Maßregelvollzug ja so nicht geben kann, gaben Klinikdirektor Dr. F.-St. Müller und sein Team aus Psychiatern, Psychologen, Co-Therapeuten und Pflege der Bevölkerung von Emmendingen und den benachbarten Gemeinden einen Einblick in die Arbeit mit psychisch kranken Straftätern. Das gemeinsame Ziel des großen Teams heißt Besserung oder Gesundung der eingewiesenen Kranken, wozu 24-stündige Präsenz und Beziehungsarbeit einen wichtigen Beitrag leisten.

Wenn das Umfeld eines Menschen aus Gewalt geprägt ist, handelt er intuitiv in erlernten Mustern. Sich selbst kennenlernen und alternative gewaltfreie Verhaltensweisen erlernen – diesen Therapieweg stellte der Sporttherapeut Herr Luthardt in seinem Vortrag über Gewaltpräventionstraining vor. 

Wie eine Therapie mit Vertrauensarbeit und Beziehungspflege durch die Mitarbeiter des Pflegedienstes aussieht, konnte die forensische Fachpflegerin Frau Wilting-Weiß darstellen.

Herr Sanford, Arzt in der Forensik, spannte einen Bogen von seiner Arbeit mit psychisch traumatisierten Patienten in Rehakliniken bis zur Forensik. Wie er diese bearbeitet, und damit einer Wiederholung von Trauma-Folgestörungen vorbeugt, durch die die Resozialisierung von Patienten beeinträchtigt werden kann, zeigte er in einem interessanten Vortrag.

Nach diesen drei Behandlungsbeispielen kam man hinter Gitter – wenn man wollte – und konnte sich ausgewählte Stationen oder auch die Räume verschiedener Arbeitstherapien und der forensischen Schule ansehen.

Viel Respekt und Anerkennung erhielt ein Patient, der unterstützt von der Stationsärztin Frau Jungmann, über seine Erkrankung erzählte und wie er die Behandlung in der Forensik erlebt und für sich nutzen kann. Ein gelungener Abschluss des hoch interessanten Tages, den – wer ihn verpasst hat – in zwei Jahren wieder erleben kann.