Weihnachtsgrüße für einen guten Zweck

Das Zentrum für Psychiatrie Emmendingen verzichtet in diesem Jahr erstmalig auf Weihnachtskarten. Statt Geschäftspartnern einen Weihnachtsgruß zu schicken, spendet die Psychiatrie den Betrag für einen guten Zweck.

Bisher hat das ZfP Emmendingen in der Vorweihnachtszeit verschiedenen Kooperationspartnern eine Karte mit Weihnachtsgrüßen geschickt. Die Karten wurden von der Abteilung Unternehmenskommunikation einheitlich gestaltet, die dann von den einzelnen Abteilungen an das jeweilige Netzwerk gesendet wurden. Die Geschäftsleitung hatte jetzt beschlossen, künftig auf die Weihnachtskarten zu verzichten und stattdessen den Betrag an eine gemeinnützige Organisation zu spenden.

Die Spende in Höhe von 500 Euro soll in diesem Jahr an das Modellprojekt “Arbeit mit Kindern von Suchtkranken MAKS/Anker“ gespendet werden. Weitere 500 Euro werden aus dem Erlös des ZfP-Adventsmarkts gespendet, der jährlich am 1. Advent stattfindet und von der Abteilung Therapie & Kultur organisiert wird. Hierzu fand am 03. Dezember 2019 im ZfP Emmendingen eine kleine Spendenübergabe statt, in der Herr Gerhard Albiez, Betriebsdirektor, den Scheck aus dem Verzicht der Weihnachtskarten an Frau Helga Dilger, Leiterin von MAKS/Anker und Frau Claudia Quilitzsch, Mitarbeiterin von MAKS/Anker überreichte. Einen weiteren Scheck übergab Frau Susanne Reichenbach, stellvertretende Leiterin der Abteilung Therapie&Kultur, aus dem Erlös des ZfP-Adventsmarkts.

Was ist MAKS? MAKS ist eine unterstützende und ambulante Einrichtung für Kinder und Jugendliche sowie deren sucht- und/ oder psychisch kranken Eltern. Das Beratungsangebot wie auch die Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche können von Bürgern der Stadt Freiburg sowie der beiden Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen genutzt werden. 

Seit vielen Jahren bieten die Mitarbeiterinnen von MAKS eine monatliche Sprechstunde im ZfP Emmendingen an. Dieses niederschwellige Beratungsangebot wird rege genutzt und stellt für die Ratsuchenden eine erfahrbare Entlastung dar. Die Sprechstunde im ZfP Emmendingen wurde vor 6 Jahren auf gemeinsame Initiative von Herrn Dr. Sieber, Herrn Dr. Schieting und MAKS/Anker etabliert. „Wir schätzen die Angebote von MAKS/Anker außerordentlich. Die hohe fachliche Kompetenz, der unkomplizierte Zugang von unseren Patienten in die Beratungsangebote, stellen in einer Situation, wo die Krise für das gesamte familiäre System in höchstem Maße spürbar ist, eine enorme Entlastung dar“, so Wolfgang Heuer, Leiter Sozialdienst über die Zusammenarbeit mit MAKS/ANKER.

Wenn ein Familienmitglied psychisch oder an einer Sucht erkrankt ist, verändert sich vieles im Leben des Betroffen und seiner Angehörigen. Wenn der Betroffene zugleich Vater oder Mutter ist, bedeutet die Erkrankung häufig auch für die Kinder eine große Belastung und Verunsicherung. Möglicherweise leiden sie an Schuldgefühlen, übernehmen früh und oft auch zu viel Verantwortung für ihren kranken Elternteil. Der familiäre Lebensrhythmus ist durch die Erkrankung stark geprägt – das Miteinander wird anders, der Alltag ist vermehrt durch Ängste, Unsicherheiten und Sorgen belastet. Vielen Kindern fällt es schwer, sich jemanden bezüglich der elterlichen Erkrankung anzuvertrauen. Aufgrund von Scham- und Schuldgefühlen wird die sucht- und/oder psychische Erkrankung in vielen Familien tabuisiert. Oft gilt es über viele Jahre dieses Familiengeheimnis zu wahren. In diesem familiären Chaos müssen die Kinder nicht selten frühzeitig erwachsen werden. Sie schlüpfen in Rollen, die ihnen eine gewisse Struktur und Verlässlichkeit bieten. Persönlichkeit. Daher ist es ein zentrales Anliegen von MAKS/ANKER betroffenen Familien und insbesondere den Kindern Hilfe und Unterstützung anzubieten. Je früher bedürfnisorientierte und bedarfsgerechte Hilfen erfolgen, umso eher können Kinder in ihren Kompetenzen unterstützt werden und umso geringer ist das Risiko einer eigenen Erkrankung.

„Wir möchten an dieser Stelle unseren Weihnachtsgruß an alle richten und uns bei allen für die angenehme und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken und wünschen eine gesegnete und harmonische Weihnachtszeit und einen gesunden Rutsch in das Jahr 2020“, Gerhard Albiez, Betriebsdirektor und stellvertretender Geschäftsführer.