Psychoedukation

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Psychoedukation bedeutet die systematische und verständliche Aufklärung über die Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten.

Bei der Psychoedukation steht die Informationsvermittlung im Zentrum. Ziel ist es, komplizierte medizinische Fakten über die Erkrankung so zu übersetzen, dass sie von betroffenen Patienten gut verstanden werden.

Auch bei der Schizophrenie ist die umfassende Aufklärung über die Erkrankung der erste Schritt zu einer Verbesserung der Lebenssituation. Berührungsängste und Unsicherheiten mit der Erkrankung „Schizophrenie“ sollen abgebaut und werden. Psychoedukation ist Hilfe zur Selbsthilfe –der eigenständigen Umgang mit der Erkrankung wird gefördert, letztlich mit dem Ziel das Rückfallrisiko zu minimieren.

Ausführlich werden die verschiedenen Behandlungsmethoden aus dem medikamentösen, psychotherapeutischen und psychosozialen Bereich erörtert, Vor- und Nachteile werden offen diskutiert und über die Erfolgsaussichten aufgeklärt. Neben der Informationsvermittlung steht der offene Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern untereinander und der Gruppenleitung im Mittelpunkt.

Die Psychoedukation in unserer Klinik findet wöchentlich stationsübergreifend in Form einer geschlossenen Gruppe mit maximal acht Patienten statt. Die Inhalte der Sitzungen sind klar gegliedert, die Anzahl der Sitzungen ist variabel und passt sich der Leistungsfähigkeit der Gruppe an.   

Fertigkeitentraining

Das DBT-F ist ein störungsspezifisches Behandlungsprogramm, das sich an den Besonderheiten der stationären Straftäterbehandlung orientiert. Forensisch untergebrachte Patienten haben oftmals aufgrund ihrer Sozialisation bestimmte Fertigkeiten nicht entwickeln können, die für eine prosoziale Anpassung erforderlich sind.

Aggressives und gewalttätiges Verhalten kann als Ausdruck affektiver Regulationsstörung oder Impulsivität verstanden werden Diese Problematik wird häufig noch durch eine geringe Reflexionsfähigkeit sowie durch geringe kognitive, verbale und zwischenmenschliche Fertigkeiten gefördert. Diese Fertigkeiten können, u. a. im „Fertigkeiten-Training“ nach DBT-F vermittelt werden, um Alternativen zu den bisherigen selbst- und fremdgefährdenden Verhaltensmustern aufzuzeigen. Das Training beinhaltet Bausteine wie „Umgang mit Gefühlen“, „Stresstoleranz“, „zwischenmenschliche Fertigkeiten“, „Empathie“ und „Problemlösen“.

Grundlage der Verbesserung des emotionalen Erlebens und der Emotionsregulation ist die Entwicklung und Einübung einer „inneren Achtsamkeit“. Gruppensitzungen finden über einen Zeitraum von im Schnitt 6 Monaten wöchentlich a 90 min. statt. Ziel ist es, dass Patienten selbst Kontrolle über schwerwiegendes problematisches Verhalten gewinnen.

Nichtrauchertraining

Das Raucher-Entwöhnungsprogramm beinhaltet 6 Sitzungen auf verhaltenstherapeutischer Grundlage, die sich in 3 Phasen unterteilen:

  • Abstinenzvorbereitung
  • Rauchstopp
  • Stabilisierung und Rückfallprophylaxe

Zur Unterstützung und Stabilisierung der Nikotinabstinenz bieten wir als Ersatzmedikation Nikotinpflaster und Nikotinkaugummi an.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit des Einzelcoachings und der Einzelberatung.

Rückfallpräventionstraining

Das Rückfallpräventionstraining ist ein Gruppenprogramm zur Behandlung von Patienten mit Suchterkrankung, der Schwerpunkt liegt auf der Abhängigkeit von illegalen Drogen. Es ist gedacht für Patienten, die nach § 64 StGB zur Suchttherapie untergebracht sind.

Ausführlichere Darstellung

Die sechzehn Module à 90 Minuten behandeln die zentralen Aspekte zum Rückfallgeschehen bei drogen- und alkoholabhängigen Menschen, sie tragen Überschriften wie „Ambivalenz – Vor- und Nachteile der Drogenfreiheit“, „Schutzfaktoren“, „Umgang mit Suchtdruck“, „Angehörige und Rückfall“. Ziele sind unter anderen, die Selbstwahrnehmung zu verbessern, Risikosituationen einschätzen zu lernen, angemessene Bewältigungsstrategien und alternative Verhaltensweisen zu erwerben. Da die Patienten erheblich durch Kriminalität belastet sind, wird insbesondere das Thema „Delinquenz“ und der Zusammenhang zum Drogenkonsum im biografischen Kontext eingehend behandelt. Übergeordnete Ziele des Trainings sind die Information der Patienten (der Patient als „Experte“ seiner Suchterkrankung) sowie primäre und sekundäre Prävention (Rückfallvermeidung und –management, d.h. nach einem möglichen Rückfall in Kürze wieder zur Abstinenz zurückzukehren).

Sexualtherapeutische Gruppe

Ziel der Behandlung ist, neben dem Aufbau der Kompetenz in den Bereichen der Wahrnehmung und Kommunikation, die Kontrolle delinquenten Sexualverhaltens, sowie die Verringerung der Rückfallgefahr in Bezug auf neue Straftaten.

Sexuelles Verhalten ist erlernt und relativ stabil. Es kann kontrolliert, aber nicht „geheilt“ werden. Im BPS sind 80 Sitzungen von 1,5 Std. Dauer vorgesehen.

  • Ziel des Behandlungsprogramms ist die Kontrolle delinquenten Sexualverhaltens
  • Ohne Kontrolle folgen die Täter deutlichen Verhaltensmustern, die zu weiteren sexuellen Delikten führen.

Das Behandlungsprogramm ist in einen „deliktunspezifischen allgemeinen Teil“ und in einen „deliktspezifischen Teil“ gegliedert.

Im deliktspezifischen Teil werden nacheinander die persönliche Lebensgeschichte, die kognitiven Verzerrungen, die Stufen bei der Begehung einer Sexualstraftat, die scheinbar belanglosen Entscheidungen, die Risikosituationen, das Problem der unmittelbaren Befriedigung, das Deliktszenario, die Opferempathie und die Rückfallprävention bearbeitet.

In den letzten Sitzungen werden mit jedem Gruppenmitglied individuelle Rückfallvermeidungsstrategien erarbeitet.